von TM (Kommentare: 0)

Neue Optik

Das ist hier ganz technisch gemeint.
Bisher wurden die Beobachtungen in der Hauptsache mit einem Fernglas von Zeiss durchgeführt – Conquest 8 x 50. Der Erwerb war damals ein riesiger Gewinn verglichen mit dem vorherigen Glas.

Im Herbst ist ein ‚neues Beobachtungsgerät hinzugekommen: ZEISS Conquest Gavia 85 + Vario Okular 30-60x. Viel zu lange ist man mit dem Wusch nach einem Spektiv umhergelaufen – es sollte gut sein, musste aber bezahlbar bleiben. Ich glaube, das Gavia passt. Damit schauen wir nun anders in die Landschaft oder auf das Wasser.

In den vergangenen Wochen wurde mit Hilfe des Spektivs ausgiebig beobachtet. Da wir am Greifswalder Bodden einen geschützten Platz mit direktem Blick auf das Wasser haben, kann das Spektiv am Fenster auf dem Stativ stehen und lässt jederzeit den Durchblick zu.

Im Spätherbst treffen auch auf dem Bodden Wintergäste ein oder rasten Durchzügler, was für interessante Abwechslung sorgt. Insbesondere mehrere Arten der Gänsevögel geben sich hier ein Stelldichein. Bisher ließen sich Stockente, Pfeifente, Schellente, Höcker- und Singschwan, Möwe, auch das Blässhuhn zur kalten Zeit regelmäßig beobachten. Nun schauen wir aber weiter und genauer auf das Wasser hinaus und so werden Meer- und Tauchenten für uns sichtbar. Wir erfassen nun auch Reiherente, Bergente, Eisente, Mittelsäger und Haubentaucher. Und mehr noch, wir können sie nun im untereinander in der Art oder im Miteinander mit anderen Arten beobachten. Der Tauchvorgang verleiht den Vögeln Agilität, die bei den ruhigen aber oft nervösen und vorsichtigen Gründelenten eher im Streit zu sehen ist. Das Verhältnis zum großen Partner in der Ordnung – dem Schwan, ist nicht ganz unerheblich, insbesondere, wenn Schutz vor dem Seeadler gesucht wird. Hier sei auch das oft gejagte Blässhuhn erwähnt, deren Trupps bei Auftauchen des Greifvogels besonders eng zusammenrücken kann.

 

In der ersten Dezemberhälfte wurde das Wasser des Greifswalder Boddens vom Wind rausgedrückt. Dann liegen die vielen flachen dem Strand vorgelagerten Sandbänke blank, sehen diese Flächen wie ein Watt aus – man spricht wohl auch vom Windwatt – und in manchen Fällen und Bereichen reicht das einige hundert Meter weit raus. Für einige Vögel ändern sich damit auch die Nahrungsverhältnisse. Die Enten schwimmen weiter raus, die Krähen und Möwen werden hier fündig und zuweilen halten hier durchziehende Wattvögel inne. So hatten wir am ersten Dezemberwochenende einen Trupp Großer Brachvögel hier zu Besuch. Ihre große Erscheinung, ihr unaufgeregtes Stochern im Schlick und der sie begleitende warme Rufton waren schön wahrzunehmen. Mit der Rückkehr des Wassers und dem Verschwinden der Sandflächen zogen diese Vögel weiter.

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